PRESSESPIEGEL 23-01-2008
Riesenairbus kommt auf den Kapitalmarkt
Financial Times Deutschland über Doric Aviation
von Gerhard Hegmann (München)
Die ersten fünf Riesenairbus A380 mit einem Kaufpreis von rund 1 Mrd. $ kommen als Flugzeugfonds-Anlage auf den deutschen Kapitalmarkt. Allein der Dortmunder Fondsanbieter Dr. Peters Gruppe will in diesem Jahr mindestens vier Fonds für eine Beteiligung an dem weltgrößten Passagierflugzeug auflegen.Im Februar soll der erste geschlossene Fonds zur Zeichnung angeboten werden. Nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters, Jürgen Salamon, wird die Gruppe mindestens vier Riesenairbus-Modelle kaufen und über Großbanken und den freien Vertrieb bei Privatanlegern platzieren, gab die Gruppe am Mittwoch in München bekannt. Alle Maschinen werden an Singapore Airlines als Leasingnehmer verleast.
Während in der Öffentlichkeit bisher immer die asiatische Fluggesellschaft als Eigentümer der Riesenmaschinen galt, gehören die Flugzeuge tatsächlich in juristischem Sinne der Dr. Peters-Gruppe. Das Emissionshaus kaufte die Maschinen bei Airbus. Damit sein Geschäftsmodell aufgeht, muss Salamon bei deutschen Anlegern rund 400 Mio. $ Eigenkapital einsammeln. Die gesamte Investitionssumme für seine vier A380 beziffert er auf rund 800 Mio. $.
Die Finanzierung des Fremdkapitalanteils und der Zwischenfinanzierung erfolgt über die Norddeutsche Landesbank und die Commerzbank. Über den Absatz der Fondsanteile macht sich Salamon wenig Sorgen. "Nach den Erfahrungen dürfte die aktuelle Börsenkrise beim Absatz eher helfen. Unsere Rendite ist berechenbar, die Börse ist es nicht", sagte Salamon in München. Er ist zuversichtlich, bis Herbst die Anteile an den geschlossenen Fonds komplett abgesetzt zu haben.
Renaissance einer BrancheDie Dr. Peter Gruppe griff bei den Verhandlungen mit Airbus auch auf die Branchenspezialisten von Doric Asset Finance zurück. Doric verhandelte mit Airbus insgesamt den Kauf von fünf A380 und will Anfang April selbst mit einem Riesenairbus-Fonds auf den Markt kommen. Auch hier finanziert die NordLB den Fremdkapitalanteil. Während die Dr. Peters Gruppe ihre Fonds vor allen durch die Großbanken vertreiben wird und auch Sparkassen abdeckt, will Doric seinen Fonds über die genossenschaftliche GVA und damit die Volksbanken vertreiben. Dr. Peters Chef Salamon, räumt offen ein, dass er unbedingt den Zuschlag für den Riesenairbus haben wollte. "Es ist ein Jahrhundertprojekt, da wollte ich dabei sein." Er hat selbst eine Pilotenlizenz.
Die Dortmunder Gruppe kaufte das erste Flugzeug mit einem Listenpreis einschließlich Ausstattung von rund 315 Mio. $ tatsächlich nur für 197 Mio. $ von Airbus und verleast die Maschine jetzt für monatlich 1,71 Mio. $ für mindestens zehn Jahre an Singapore Airlines. Die Fluggesellschaft trägt auch alle Kosten für Wartung und Betrieb. Nach den Berechnungsmodellen der Dr. Peters Gruppe könnten aus 100.000 $ Investition eines Fondszeichners nach zwölf Jahren eine Gesamtausschüttung von 222.000 $ entstehen. Breits im ersten Jahr betrage die Verzinsung 7,25 Prozent. Der Fonds mit einem Mindestzeichnungsvolumen von 20.000 $ ist als Dollar-Anlage konzipiert - damit trägt der Fondszeichner das Währungsrisiko.